Endnote 2,4 Gut
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Sony Alpha 5000 Testbericht

Redaktion, 2. August 2014
Endnote 2,4 Gut
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Mit der A5000 löst Sony die NEX-3N ab, die Bezeichnung NEX ist ab sofort Geschichte. Die kleine Systemkamera hat es faustdick hinter den Ohren, denn fehlende Funktionen lassen sich bei ihr via App nachrüsten. Aufsteiger von einer einfachen Digitalkamera wird besonders freuen: Die A5000 kann zoomen wie eine Kompaktkamera, also mit einer Wippe rund um den Auslöser. Bei der Bildqualität macht ihr übrigens kaum eine andere Kamera ihrer Klasse etwas vor, bei Ausstattung und Leistung dagegen schon.

(149 Rezensionen)

POSITIV

  • + beste Bildqualität im Vergleich
  • + integriertes Blitzgerät
  • + viele sinnvolle Automatikfunktionen
  • + Funktionsumfang per Camera App erweiterbar

Negativ

  • - etwas kompliziert zu bedienen
  • - geringe Serienbildgeschwindigkeit
  • - kein Anschluss für Blitzgerät oder elektronischen Sucher

Design und Verarbeitung

Die Alpha 5000 von Sony sieht etwas aus wie eine zu groß geraten Kompaktkamera. Ihr sanft geschwungenes Kunststoffgehäuse wirkt zwar auf keinen Fall billig oder gar klapprig, sonderlich wertig oder gar edel aber auch nicht. Obwohl die Kamera einen Bildsensor im APS-C-Format beherbergt, ist sie verblüffend kompakt. Trotz des handlichen Designs nimmt sie einen Akku auf, der für immerhin ca. 420 Aufnahmen durchhält. Danach muss die A5000 an die Ladestation. Ja, die Kamera, denn bei Sony bleibt der Akku in der Kamera, während er geladen wird. Das ist weniger praktisch, denn: solange der Akku lädt, können Sie nicht fotografieren, auch nicht mit einem Zweitakku.

Das Design der Sony Alpha 5000

Ergonomie und Bedienung

Rund 500 Euro kostet die A5000 regulär, mit dabei ist das dreifach-Motorzoom SEL-P1650. Damit ist sie eine durchaus günstige Kamera. Wo Sony den Rotstift angesetzt hat, sieht man sofort: bei den Bedienelementen. Moduswählrad? Fehlanzeige! Ebenso fehlt ein elektronischer Sucher, das nur nach oben klappbare Display löst mit rund 400.000 Bildpunkten nur ziemlich grob auf. Dadurch wirkt die Schrift in den Menüs etwas verpixelt.

Solange die Alpha 5000 alles automatisch regeln darf, ist sie wirklich einfach zu handhaben. Gut, das Display dürfte sich gerne auch nach unten klappen lassen, was bodennahe Aufnahmen erleichtert. Sobald Sie jedoch die Vollautomatiken hinter sich lassen, wird’s umständlich: Sie ändern die Betriebsart mit einem virtuellen Programmwähler – und den müssen Sie erst aufrufen. Verkompliziert wird die Bedienung auch dadurch, dass Sony bei der A5000 ein Schnellmenü eingespart hat. Falls man also eine Funktion benötigt, die sich nicht direkt mit einer der entsprechenden Tasten aufrufen lässt, heißt es: Ab ins Hauptmenü! Die Sparmaßnahmen haben aber auch ihr Gutes: Mit einem Gewicht von unter 500 Gramm wird die A5000 selbst auf längeren Wandertouren nie lästig.

Die Bedienelemente an der Rückseite

Ausstattung und Funktionen

Ähnlich wie viele Kompaktkameras stellt auch die A5000 ihre Automatikfunktionen in den Vordergrund. Und die haben es in sich. Die Kamera von Sony kann mehrere Aufnahmen zu einem Bild vereinen mit deutlich besserer Qualität, als sie mit nur einem Foto möglich wäre. Etwa mit der HDR-Automatik, die mehrere Fotos mit unterschiedlicher Belichtung schießt und diese dann zu einem Bild mit perfekt durchgezeichneten Schatten- und Lichterpartien zusammenfügt. Oder die Multiframe-Rauschunterdrückung. Sie kombiniert mehrere Aufnahmen derart, dass Bildrauschen deutlich reduziert wird. Dazu gibt es eine Vollautomatik, die je nach Motiv das geeignete Multiframe-Programm selbständig wählt.

Einen kleinen Borblitz hat Sony der A5000 spendiert, der muss aber auch reichen; ein externes Blitzgerät können Sie nicht anschließen. Ebenso fehlt der Alpha 5000 ein elektronischer Sucher. Dafür wartet sie mit einem Ausstattungsdetail auf, dass es sonst nur bei Kompaktkameras gibt: Sie zoomt mit einer Wippe, die rund um den Auslöser angeordnet ist. Das funktioniert allerdings nur mit einem Powerzoom-Objektiv, wie dem SEL-P1650. Auf diese Weise wird die A5000 eine der ganz wenigen Kameras, die sich notfalls auch einhändig bedienen lässt. Gar nicht davon zu reden, dass ein Motorzoom viel gleichmäßigere Zoomfahrten bei Videoaufnahmen ermöglicht, als wenn Sie von Hand zoomen.

Ferner gibt es bei der A5000 eine Panoramafunktion, die ein Breitbild aufnimmt, während Sie die Kamera über die Szene schwenken. Schön auch, dass Sie in die Automatiken eingreifen können; bei Bedarf passen Sie Helligkeit, Farbsättigung etc. nach Ihren Vorstellungen an. Außerdem gibt es eine Reihe von Kreativeffekten, die Kamera nimmt bei Bedarf Belichtungsreihen auf oder erlaubt es, die Bildergebnisse sehr fein an Ihre Vorstellungen anzupassen.

Die Sony Alpha 5000 von oben

Leistung

Auf Eingaben reagiert die A5000 zügig. Auch der Autofokus arbeitet bei einzelnen Fotoaufnahmen flott, selbst dann, wenn es nahezu dunkel ist. Bei Reihenaufnahmen geht die A5000 dagegen gemütlich zu Werke: Mehr als ca. 3,5 Fotos per Sekunde sind nicht drin. Soll der Fokus für jede Aufnahme nachgeführt werden, sogar deutlich weniger. Immerhin unterstützt Sie die A5000 bei Actionfotos und Schnappschüssen mit ihrer cleveren „Fokus Lock On“-Funktion: Sie markiert das Objekt, auf das scharf gestellt wird, mit einem Rahmen im Sucher. Bewegt sich dieses Hauptmotiv, folgt ihr der Rahmen, die A5000 reguliert dabei den Fokus permanent nach.

Bei Videoaufnahmen erweist sich das Objektiv mit Motorzoom als unschätzbarer Vorteil. Allerdings erfasst das Stereomikrofon der Kamera in ruhiger Umgebung die Geräusche des Zoomantriebs und bannt sie deutlich vernehmbar auf die Tonspur des Films. Der Autofokus reagiert etwas zögerlich auf Entfernungsänderungen des anvisierten Motivs, verkneift sich aber lästiges Fokuspumpen weitgehend.

Wiedergabe und Konnektivität

Anders als das Vorgängermodell hat Sony bei der A5000 mit WiFi ausgestattet. Mithilfe dieser Funktion lässt sich die Kamera via Smartphone oder Tablet fernbedienen. Alles, was Sie dazu benötigen, ist die kostenlose App PlayMemories Mobile (für Android und iOS erhältlich). Auf Wunsch überträgt die A5000 Ihre Aufnahmen gleich auch aufs Mobildgerät, dann können Sie sie per E-Mail verschicken oder in Netzwerken wie Facebook, flickr etc. veröffentlichen.

Einzigartig bei der A5000: Sie können den Funktionsumfang der Kamera mit Camera Apps erweitern – fast wie bei einem Smartphone. So gibt es eine App, die in festgelegten Zeitabständen ein Foto aufnimmt und die Aufnahmen dann zu einem Zeitrafferfilm zusammensetzt. Einige dieser Apps sind kostenlos, andere kosten bis zu maximal zehn Euro. Besonders praktisch ist die Gratis-App „Foto Retusche“. Sie rüstet clevere Möglichkeiten zur nachträglichen Bildbearbeitung nach, die bei Kameras anderer Hersteller Standard sind, der A5000 von Haus aus aber fehlen. Ab Werk bietet die A5000 keine Möglichkeiten, ein Foto zuzuschneiden, die Helligkeit anzupassen oder die Farbstimmung zu ändern. Das und vieles mehr geht erst mit der App „Foto Retusche“.

Bildqualität

Der Bildsensor der Sony Alpha 5000 löst etwas mehr als 20 Megapixel auf – das ist sehr viel. Und weil der Sensor im APS-C-Format recht groß ist, stört die hohe Auflösung auch die Bildqualität nicht. Im Gegenteil: Die A5000 bietet die beste Bildqualität aller preisgünstigen Systemkameras.

Beispielaufnahme 1

Beispielaufnahme 2

Tagsüber draußen oder in einem sonnendurchfluteten Zimmer sind im Prinzip alle Kameras gut. Doch je weniger Licht zur Verfügung steht, desto klarer setzt sich die Bildqualität der A5000 vom Rest des Feldes ab. Sie rauscht bei hohen ISO-Zahlen deutlich weniger, die Aufnahmen wirken auch dann noch detailreich, wenn andere Kameras nur noch wächserne und von der Rauschunterdrückung glattgebügelte Fotos liefern. Da kann man der A5000 sogar ein Stück weit verzeihen, dass sich kein Blitzgerät anschließen lässt – sie nimmt einfach auch bei hohen ISO-Zahlen noch gute Fotos auf.

Die Bildaufbereitung haben die Ingenieure bei Sony gut abgestimmt. Die A5000 liefert Aufnahmen mit frischen Farben und knackigen Kontrasten, die Bilder lassen sich ohne Nachbearbeitung drucken oder im Online-Labor ausgeben. Wer’s gerne zurückhaltender mag, kann die interne Bildaufbereitung entsprechend zügeln. Bildsensor gut, alles gut? Nicht ganz – das Kit-Objektiv zur A5000 schwächelt etwas. Im Bildzentrum bildet es sehr scharf und detailliert ab, doch die Bildränder wirken deutlich weicher, fast schon etwas verwischt. Das fällt zwar bei vielen Motiven nicht auf. Doch wer mit dem SEL-P1680 eine weite Landschaft oder ein mächtiges Gebäude fotografiert, wird die ungleichmäßige Auflösung durchaus wahrnehmen.

Fazit

Die Sony Alpha 5000 liefert eine hervorragende Bildqualität und das auch noch zum sehr günstigen Preis. Zudem glänzt sie mit einem Motorzoom wie bei einer Kompaktkamera. Und geradezu einzigartig ist die Möglichkeit, den Funktionsumfang der A5000 mit Camera Apps erweitern zu können. Doch wo so viel Licht ist, ist auch Schatten: Der A5000 fehlen ein Programmwählrad und ein Schnellmenü, das macht die Bedienung kompliziert. Wenn Sie vorwiegend mit den hervorragenden Automatikfunktionen der Kamera fotografieren, werden Sie sich daran wohl weniger stören. Schon eher an der lahmen Serienbildrate und der Tatsache, dass es keine Alternative zu dem etwas grob auflösenden Display gibt.

(149 Rezensionen)

POSITIV

  • + beste Bildqualität im Vergleich
  • + integriertes Blitzgerät
  • + viele sinnvolle Automatikfunktionen
  • + Funktionsumfang per Camera App erweiterbar

Negativ

  • - etwas kompliziert zu bedienen
  • - geringe Serienbildgeschwindigkeit
  • - kein Anschluss für Blitzgerät oder elektronischen Sucher

Preisvergleich

Endnote 2,4 Gut

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    2.0
     
  • Bedienung
    3.0
     
  • Ergonomie/Haptik
    3.0
     
  • Funktionen/Ausstattung
    2.5
     
  • Leistung
    3.5
     
  • Bildqualität
    1.5
     
  • Videoqualität
    2.5
     
  • Wiedergabe/Konnektivität
    1.5
     
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