Endnote 2,6 Befriedigend
Share Button

Samsung NX1100 Testbericht

Redaktion, 13. November 2014
Endnote 2,6 Befriedigend
Share Button

Auf dem Papier gibt sich die Samsung NX1100 als schmucke Systemkamera, der nichts zu fehlen scheint. Aber auch die Koreaner rechnen mit spitzem Stift: Das Display lässt sich nicht bewegen, anstelle eines Bordblitzes legt Samsung einen kleinen Aufsteckblitz bei. Immerhin ist die NX1100 mit einem großen Bildsensor ausgestattet, der eine gute Bildqualität verspricht. Doch kann sie dieses Versprechen auch halten?

(17 Rezensionen)

POSITIV

  • + günstiger Straßenpreis
  • + ergonomisch geformtes Gehäuse
  • + hohe Serienbildrate

Negativ

  • - Objektiv nur mit 2,5fach-Zoom
  • - kein Bordblitz (aber Aufsteckblitz beigelegt)

Design und Verarbeitung

Bei Samsung sind Rundungen und Kurven angesagt. Das Design der NX1100 ist alles andere als kantig, das lässt die Kamera leicht und locker wirken. Aber die schicke Form kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gehäuse der NX1100 fühl- und sichtbar aus Kunststoff gefertigt ist. Immerhin hat Samsung die Schnittstellen unter einer Klappe verborgen, die mit einem Scharnier angeschlagen ist und feste schließt.

Beim Design sind Kurven angesagt

Ergonomie und Bedienung

Betriebsbereit wiegt die NX1100 366 Gramm, damit ist sie kaum schwerer eine wesentlich kleinere Nikon 1 J3. Ausgestattet mit dem Kit-Objektiv S2050BNB wird die NX1100 jedoch deutlich klobiger als eine Kompaktkamera, in die Jacken- oder gar Hosentasche passt das Ganze nicht. Da hilft es auch wenig, dass sich das Objektiv für den Transport platzsparend zusammenschieben lässt. Im Gegenteil: Nach dem Einschalten müssen Sie das Objektiv erst mit einem weiteren Handgriff entfalten, bevor die Kamera aufnahmebereit ist.

Ein nicht sonderlich weit vorstehender, dafür aber umso breiterer Handgriff auf der Front lässt die NX1100 gut in der Hand liegen. So können Sie sie durchaus einhändig einsetzen, solange Sie nicht zoomen möchten. Denn anders als bei einer Kompaktkamera (und der Sony A5000 mit einem Powerzoom-Objektiv), zoomt man mit einem Ring am Objektiv; und dazu wird die linke Hand nötig.

Die NX1100 liegt gut in der Hand

Etwas ungeschickt hat Samsung die kleine Movie-Taste zum Start einer Videoaufnahme angeordnet. Sie liegt direkt neben der Daumenauflage, der ungewollte Start einer Videoaufnahme ist da vorprogrammiert. Überhaupt sind die Bedienelemente auf der Kamerarückseite etwas mickrig geraten. Da muss man schon genau hinsehen, welchen Knopf man gerade drückt. Angenehm groß hat Samsung dagegen bei der NX1100 das Programmwählrad ausgeführt, das außerdem recht stramm läuft und sich daher kaum unbeabsichtigt verstellt.

Die Bedienung der NX1100 gibt wenig Rätsel auf. Die wichtigsten Einstellmöglichkeiten rufen Sie über ein Programmwählrad auf, weitere im Schnellmenü. Auf Wunsch blendet die NX1100 zu jedem Menüposten eine kleine Erläuterung ein; so finden sich auch weniger geübte Fotografen leicht zurecht. Pfiffig: Der Fokusring am Objektiv kann weitere Parameter steuern, etwa Blende, Verschlusszeit oder den Weißabgleich. Das verkürzt immer wiederkehrende Einstellarbeiten deutlich.

Die Bedienelemente an der Rückseite

Zur guten Bedienbarkeit trägt auch das übersichtliche gestaltete Hauptmenü bei. Da bleibt es verschmerzbar, dass das Display keine Touch-Funktion bietet. Unpraktisch dagegen: Klappen oder wegdrehen lässt sich das Display nicht, die Sucherbildkontrolle wird dadurch erschwert. Wenigstens zeigt die NX1100 ein kristallklares Displaybild, das jedoch bei hellem Sonnenschein zu dunkel bleibt. Auch dürfte der Monitor besser entspiegelt sein. Bedauerlich daher, dass die NX1100 auf einen elektronischen Sucher verzichtet, auch nachrüsten lässt sich ein EVF nicht.

Ausstattung und Funktionen

Samsung hat die NX1100 ordentlich ausgestattet, überbordend ist der Funktionsumfang aber nicht. So fand kein Bordblitz mehr Platz im Kameragehäuse. Immerhin legt Samsung der NX1100 einen kleinen Aufsteckblitz bei, bei Bedarf können Sie außerdem ein leistungsfähigeres Systemblitzgerät anschließen. Diese Möglichkeit hebt die NX1100 von der Sony A5000 und der Nikon 1 J3 ab, die sich nicht mit einem externen Blitzgerät aufrüsten lassen.

Für Schnappschüsse und gelegentliche Aufnahmen bietet die NX1100 eine übliche Vollautomatik, bei dem die Kamera Ihnen alle Einstellungen abnimmt. In die Automatik eingreifen können Sie nicht. Wer Zugriff auf Belichtungskorrektur, ISO-Zahl etc. wünscht, wählt eines der 16 Motivprogramm (von „Beauty Shot“ bis „Strand und Schnee“). Sollte eine weite Landschaft nicht aufs Bild passen, hilft das Panorama-Programm weiter: Es nimmt ein Breitbild auf, während Sie die Kamera über die Szene schwenken. Die NX1100 wartet übrigens mit sage und schreibe 24 Kreativeffekten auf, mit denen Sie bei Bedarf Ihre Aufnahmen verfremden.

Aber auch Fotografen, die lieber alles selbst einstellen, werden von der NX1100 nicht im Stich gelassen. Die Kamera offeriert die üblichen Programme zur Belichtungssteuerung (P, A, S und M), die Fokusentfernung können Sie ebenfalls von Hand einstellen. Außerdem bietet sie die Möglichkeit zur Aufnahme von Belichtungs- und Weißabgleichreihen, erlaubt eine üppige Belichtungskorrektur und Ihren Eingriff in die Blitzintensität.

Die Oberseite der Samsung NX1000

Wie anderen Kameras in dieser Klasse, verzichtet auch die NX1100 auf allerhöchste Videoqualität: Sie zeichnet maximal 30 Vollbilder je Sekunde auf, das aber mit höchster Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel). Den Ton nimmt ein internes Stereomikrofon auf, ferner lässt sich die NX1100 mit einem externen Mikro erweitern (via Systemschuh).

Leistung

Die NX1100 ist wenige Augenblicke nach dem Einschalten hellwach, sie reagiert zügig auf Ihre Eingaben. Dass bei der NX1100 ein flotter Prozessor Regie führt, merkt man auch bei Serienbildaufnahmen: Hier legt sie mit acht Bildern pro Sekunde ein außergewöhnlich fixes Tempo vor – allerdings ohne den Fokus nachzuführen. Damit ist die NX1100 für Sport- und Actionaufnahmen weniger geeignet, hier hat innerhalb des Testfelds klar die Nikon 1 J3 die Nase vorn.

Davon einmal abgesehen, gibt der Autofokus bei Fotoaufnahmen eine durchwachsene Figur ab. Bei gutem Licht stellt er recht zügig scharf, im Schummerlicht braucht er jedoch deutlich länger als die übrigen Kameras im Test. Bei Filmaufnahmen führt der AF die Schärfe willig nach, genehmigt sich aber eine Gedenksekunde, bis er auf Entfernungsänderungen reagiert. Immerhin stellt er die neue Fokusentfernung auf einen Schlag ein, lästiges Pumpen ist kaum wahrnehmbar.

Wiedergabe und Konnektivität

Samsung war einer der ersten Hersteller, der seine Kameras mit WiFi ausstattete; auch bei der NX1100 fehlt diese Funktion nicht. Dadurch erhält die Kamera zusätzliche Fähigkeiten: Sie können Aufnahmen auf ein Mobilgerät übertragen und von dort per E-Mail versenden, in einem sozialen Netzwerk veröffentlichen oder in Ihre Cloud übertragen. Dazu brauchen Sie allerdings die App „Samsung Smart Camera“ (gratis für Android und iOS erhältlich). Fernsteuern lässt sich die NX1100 via Mobilgerät aber nicht, das geht erst mit Samsung-Kameras der jüngsten Generation.

Sollte einmal eine Aufnahme nicht wie gewünscht gelungen sein, bietet die NX1100 diverse Bearbeitungsmöglichkeiten. Ändern Sie zum Beispiel die Bildhelligkeit, retuschieren rotgeblitzte Augen oder schneiden eine Aufnahme zu. Auf Wunsch gibt die NX1100 Bilder als Diashow aus, die Standzeit der Bilder lässt sich ebenso einstellen, wie ein Effekt für den Bildwechsel.

Bildqualität

Samsung stattet die NX1100 mit einem Bildsensor im APS-C-Format aus, der mit 20,3 Megapixel sehr hoch auflöst. Nikon, Panasonic und Olympus setzen bei ihren Systemkameras auf kleinere Sensoren, für die Bildqualität ist die Sensorgröße aber ein entscheidender Faktor (ebenso wichtig wie die Megapixel-Zahl). Somit bringt die NX1100 auf dem Papier also beste Voraussetzungen für eine gute Bildqualität mit.

Beispielaufnahme 1

Beispielaufnahme 2

Bei viel Licht, wenn nur eine geringe ISO-Empfindlichkeit nötig ist, erfüllt die NX1100 durchaus die Erwartungen: Die Aufnahmen sind detailliert, die Farben zwar etwas kühl aber ansonsten stimmig. Die Kontraste dürften jedoch gerne etwas weniger hart sein. Aufnahmen in einem spärliche beleuchteten Partykeller, die mit ISO 6400 entstanden sind, zeigen dann aber doch deutlich die Grenzen der NX1100 auf: Gleichmäßigen Flächen wirken deutlich fleckig, detaillierte Motivpartien sind verwaschen, die Kontraste werden überhart. Dafür gibt die NX1100 Farben sehr natürlich wieder, allerdings mit einem kühlen Unterton.

Samsung-004Das Kit-Objektiv zur NX 1100 weist zwar nur einen 2,5-fachen Zoombereich auf, liefert dafür aber im Großen und Ganzen eine gute Leistung ab. Vor allem verzeichnet es kaum, gerade die im Weitwinkelbereich häufig anzutreffende tonnenförmige Verzeichnung ist ihm fremd. Auch gut: Das Objektiv bildet an den Bildrändern nur wenig unschärfer ab als im Bildzentrum.

Fazit

Unter den günstigen Systemkameras ist die Samsung NX1100 das Mauerblümchen. Ihr Design wirkt frisch, doch mitsamt Objektiv ist die Kamera etwas klobig. In der Ausstattungsliste gibt es keine schlimme Lücke, anstelle eines Bordblitzes legt Samsung einen kleinen Aufsteckblitz bei. Bei der Bedienung punktet die NX1100 mit ihrem pfiffigen Objektivring und einem guten Display, das sich leider nicht wegklappen lässt. Der Autofokus arbeitet flott, an der Bildqualität gibt es nichts zu meckern – beides gilt jedoch nur bei guten Lichtverhältnissen. Für Party- und Eventfotografen eignet sich die NX1100 daher nicht so gut, das kann zum Beispiel eine Sony A5000 deutlich besser. Bezogen auf den regulären Verkaufspreis bietet die NX1100 nur Hausmannskost. Aktuell wird die NX1100 jedoch für nicht einmal zum halben Herstellerpreis angeboten und avanciert damit zu einem Geheimtipp.

(17 Rezensionen)

POSITIV

  • + günstiger Straßenpreis
  • + ergonomisch geformtes Gehäuse
  • + hohe Serienbildrate

Negativ

  • - Objektiv nur mit 2,5fach-Zoom
  • - kein Bordblitz (aber Aufsteckblitz beigelegt)

Preisvergleich

Endnote 2,6 Befriedigend

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    2.0
     
  • Bedienung
    2.5
     
  • Ergonomie/Haptik
    3.0
     
  • Funktionen/Ausstattung
    3.0
     
  • Leistung
    2.5
     
  • Bildqualität
    2.5
     
  • Videoqualität
    2.5
     
  • Wiedergabe/Konnektivität
    2.0
     
RATGEBER

Sie können sich nicht entscheiden?

Mehr erfahren

Datenblatt

Bestenliste