Endnote 3,0 Befriedigend
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Nikon 1 J3 Testbericht

Redaktion, 13. November 2014
Endnote 3,0 Befriedigend
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Die zukünftige Systemkamera soll in die Jackentasche passen? Da könnte die Nikon 1 J3 genau das Richtige für Sie sein. Bei den Maßen einer Kompaktkamera bringt sie alle Vorteile mit, die ein System mit Wechselobjektiv zu bieten hat. Wirklich alle Vorteile? Nicht ganz. Auch bei der Nikon 1 J3 müssen Sie mit ein paar Einschränkungen vorlieb nehmen. Das gilt nicht nur für die Bildqualität, die angesichts des recht kleinen Sensors der J3 naturgemäß nicht mit der der übrigen Kameras im Vergleich mithalten kann.

(41 Rezensionen)

POSITIV

  • + edles, sehr kompaktes Gehäuse (teilweise aus Metall)
  • + schnellste Kamera im Test
  • + clevere Automatikfunktionen
  • + integrierter Bordblitz

Negativ

  • – Bildqualität (insbesondere bei hohen ISO-Werten)
  • – kein Anschluss für Blitzgerät
  • – unbewegliches Display
  • – etwas umständlich zu bedienen

Design und Verarbeitung

Gemessen an ihren kompakten Abmessungen ist die Nikon 1 J3 überraschend schwer. Sie drückt nur ein paar Gramm weniger auf die Waage als zum Beispiel die ungleich größere Samsung NX1100. Metall ist die Ursache für das relativ hohe Gewicht, das Gehäuse der Nikon 1 J3 ist aus Aluminium gefertigt. Das macht die J3 nicht nur robust, es lässt sie auch edel und wertig wirken; ein Eindruck, der durch die glatte und sanft abgerundete Gehäusefront noch verstärkt wird.

Das Design der Nikon 1 J3

Gar nicht dazu passen wollen allerdings die Abdeckungen für die Schnittstellen: Hier begnügt sich die Nikon 1 J3 mit fummelig zu bedienenden Plastikkappen. Auch das Dreifach-Zoom, mit dem Nikon die kleine Systemkamera anbietet, macht im Vergleich zum robusten Gehäuse einen etwas klapprigen Eindruck.

Ergonomie und Bedienung

Auf den ersten Blick wirkt das kleine Programmwählrad auf der Oberseite der Nikon 1 J3 beruhigend. Doch damit lassen sich nur fünf grundlegende Betriebsarten vorgeben, obwohl auf dem Wählrad Platz für deutlich mehr Einstellungen gewesen wäre. Wer vorwiegend mit der Vollautomatik fotografiert, wird sich daran nicht stören. Doch wenn Sie die Kamera selbst einstellen möchten, müssen Sie das Funktionsmenü bemühen.

Für den Transport lässt sich bei der Nikon 1 J3 das Zoomobjektiv platzsparend zusammenschieben. Diese Funktion hat Nikon clever mit dem Hauptschalter verquickt: Sobald Sie das Objektiv ausfahren, schaltet sich die Kamera ein. Das Ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt: Die J3 schaltet sich ab, sobald das Objektiv eingefahren wird.

Die Bedienelemente und Display an der Hinterseite

Das Display der Nikon 1 J3 löst sehr fein auf, klappen oder drehen lässt es sich aber nicht. So wird die Kontrolle des Sucherbilds bei Über-Kopf-Aufnahmen oder Fotos in Bodennähe zum Vabanque-Spiel. Einen elektronischen Sucher hat die Nikon 1 J3 nicht zu bieten, es lässt sich auch kein externer anschließen.

Die Menüs der J3 hat Nikon etwas einfallslos gestaltet. Das stört vor allem beim Hauptmenü, das lange Listen präsentiert, die man durchscrollen muss. Die kleine J3 weist zwar ein Programmwählrad auf, das aber hat Nikon sehr sparsam mit nur fünf Positionen belegt. Das dient zwar der Übersichtlichkeit auf dem Wählrad, verkompliziert aber die Bedienung unnötig, falls Sie einmal nicht mit der Vollautomatik fotografieren möchten.

Ausstattung und Funktionen

Wie in der Einsteigerklasse leider fast immer üblich geizt auch die Nikon 1 J3 mit Bedienelementen, sie weist nur wenige Knöpfchen und Regler auf. Daraus zu schließen, dass Nikon auch bei den Funktionen gespart hätte, ist allerdings falsch. Die J3 setzt eben mehr auf ihre Vollautomatik. Einfach die Kamera aufs Motiv richten, den Auslöser halb drücken und schon meldet die J3, für welches Aufnahmeprogramm sie sich entschieden hat. Falls nötig, lässt sie sogar den kleinen Bordblitz herausspringen; die Nikon 1 J3 nimmt Ihnen standardmäßig wirklich alles ab.
Wer der Vollautomatik nicht so recht traut, kann die Nikon 1 J3 auch halbautomatisch oder gar komplett manuell steuern. Nur eines geht nicht: Die Vorgabe eines bestimmten Motivprogramms. Immerhin erlaubt, dass Sie der Vollautomatik Ihre Wünsche mit auf den Weg geben, beispielsweise für die Bildhelligkeit, Tiefenschärfe oder Serienbilder.

Obenansicht der Nikon 1 J3

Einzigartig ist die Funktion „Best Moment Capture“. Dabei nimmt die Nikon 1 J3 bereits fortwährend Fotos auf, während Sie den Auslöser halb gedrückt halten. Sobald Sie Ihre Aufnahme auslösen, speichert die Kamera zusätzlich die in den letzten 1,5 Sekunden aufgenommenen Fotos. Anschließend können Sie die fünf am besten gelungene Aufnahme auswählen. Und sollte Ihnen selbst das noch zu viel sein, übernimmt die pfiffige Schnappschuss-Automatik auch noch die Auswahl der besten Bilder.

Wie die Sony A5000 bietet auch die Nikon 1 J3 Sonderprogramme, die per Mehrfachaufnahme Bilder mit deutlich besserer Qualität entstehen lassen, als es mit nur einem Foto möglich wäre. Auch eine spezielle Panoramafunktion hat die Nikon 1 J3 zu bieten. Für experimentierfreudige Fotografen werden allerdings die gerade einmal drei Kreativprogramme zu wenig sein.

Leistung

Wenn es um Serienbildaufnahmen geht, rennt die Nikon 1 J3 allen anderen ihrer Klasse davon. Bis zu 60 Bilder je Sekunde nimmt sie auf, allerdings nur für 1,5 Sekunden und ohne den Fokus nachzuführen. Soll die Entfernung für jedes Bild separat eingestellt werden, schafft die kleine Nikon immerhin noch 15 Bilder pro Sekunde – ein Spitzenwert!

Dass der Autofokus der Nikon 1 J3 sehr flott ist, spürt man auch im Alltagsbetrieb. Nur wenn das Licht schwindet, braucht er einen Wimpernschlag länger, bis das Motiv scharf gestellt ist. Bei Videoaufnahmen spielt der flotte Autofokus ebenfalls sein Stärken aus, indem er die Schärfe verzögerungsfrei mit dem Motiv nachführt. Die kleine Nikon filmt in Full-HD-Auflösug und nimmt den Ton in Stereo auf. Obwohl sich bei ihr der Filmton manuell aussteuern lässt, fehlt der Kamera die Möglichkeit zum Anschluss eines externen Mikrofons.

Die Nikon 1 J3 hat einen Aufklappblitz mit an Bord

Wiedergabe und Konnektivität

Auf den ersten Blick bietet die Nikon 1 J3 praktisch keine nachträglichen Bearbeitungsmöglichkeiten, auf die drahtlose Anbindung an ein Mobilgerät versteht sie sich ebenfalls nicht. Wer darauf Wert legt, kann WiFi-Fähigkeiten bei der Nikon 1 J3 jedoch nachrüsten. Dazu gibt es einen kleinen Funkadapter (ca. 50 Euro), der einfach auf die USB-Buchse gesetzt wird. In Verbindung mit der Gratis-App „Wireless Mobile Utility“ (für Android und iOS) lässt sich dann die Nikon 1 V3 via Smartphone fernsteuern oder überträgt Aufnahmen auf das Mobilgerät.

Bildqualität

Je größer die Fläche des Bildwandlers ist, desto höher ist theoretisch die Bildqualität einer Digitalkamera. Die Nikon 1 J3 ist da gegenüber den anderen Systemkameras klar im Nachteil: Ihr Bildwandler ist mit einer Diagonalen von einem Zoll nur halb so groß wie etwa der Sensor der Panasonic G3. Gar nicht erst zu reden von den Sensoren der Samsung NX1100 und Sony A5000, die nochmals deutlich größer sind. Da hilft es auch wenig, dass sich die Nikon 1 J3 mit einer vergleichsweise geringen Auflösung von 14,2 Megapixeln auf ihrem 1-Zoll-Sensor zufrieden gibt.

Beispielaufnahme 1

Beispielaufnahme 2

Aufnahmen mit der Nikon 1 J3 sehen kaum besser aus als Fotos, die mit einer hochwertigen Kompaktkamera aufgenommen wurden. Das Objektiv bildet schon von Haus aus nicht sonderlich detailreich ab, bereits bei einer Empfindlichkeit von über ISO 800 sinkt die Detailfülle sichtbar. Verantwortlich dafür ist die Rauschunterdrückung, die mit den Störpixeln eben auch feinste Details verschwinden lässt. Dennoch wird mit jeder höheren ISO-Stufe mehr Bildrauschen in den Aufnahmen sichtbar. Mehr also ISO 1600 sollte man der Nikon 1 J3 nicht zumuten. Zum Vergleich: Die Sony A5000 taugt auch noch bei ISO 6400, ist also in der Praxis um zwei ganze Blendenstufen lichtempfindlicher.

Bei der Wiedergabe von Farben und Kontrasten kann die kleine Nikon dagegen überzeugen. Sie nimmt Farben nicht übertrieben bunt auf, allenfalls einen kühlen Unterton erlaubt sie sich. Die Kontraste sind eher knackig abgestimmt, ohne jedoch unangenehm hart zu wirken. Das Objektiv verzeichnet jedoch am kurzen Teleende sehr stark, Aufnahmen von flächigen Objekten wie etwa eine Häuserfront sehen dadurch verbogen aus.

Fazit

Derart kompakt und edel wie die Nikon 1 J3 sind nur wenige Systemkameras in dieser Preisklasse. Und auch in Sachen Schnelligkeit können nur wenige mithalten –so überrascht die kleine Nikon mit einer sehr hohen Serienbildrate und einem flotten Autofokus. Das gilt jedoch nur bei guten Lichtverhältnissen. Je schlechter das Licht ist, umso stärker gerät die Nikon 1 J3 ins Hintertreffen gegenüber anderen vergleichbaren Modellen. Für Party- und Eventfotos eignet sie sich nur eingeschränkt, auch weil ihr die Möglichkeit zum Anschluss eines leistungsfähigen Blitzgeräts fehlt. Bei der Bedienung stellt die Nikon 1 J3 klar ihre Automatikfunktionen in den Vordergrund. Für anspruchsvolle Fotografen hat sie zwar auch einiges zu bieten, ist dann aber umständlich zu handhaben. WiFi beherrscht die Nikon 1 J3 von Haus aus nicht, die Fähigkeit zur drahtlosen Kommunikation lässt sich jedoch per Adapter nachrüsten.

(41 Rezensionen)

POSITIV

  • + edles, sehr kompaktes Gehäuse (teilweise aus Metall)
  • + schnellste Kamera im Test
  • + clevere Automatikfunktionen
  • + integrierter Bordblitz

Negativ

  • – Bildqualität (insbesondere bei hohen ISO-Werten)
  • – kein Anschluss für Blitzgerät
  • – unbewegliches Display
  • – etwas umständlich zu bedienen

Preisvergleich

Endnote 3,0 Befriedigend

Testergebnis

Wie wir bewerten?
  • Verarbeitung/Design
    1.5
     
  • Bedienung
    3.0
     
  • Ergonomie/Haptik
    3.5
     
  • Funktionen/Ausstattung
    2.5
     
  • Leistung
    1.5
     
  • Bildqualität
    4.0
     
  • Videoqualität
    2.5
     
  • Wiedergabe/Konnektivität
    3.0
     
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